Stressverstaerkende-Verhaltensweisen

5 typische Verhaltensweisen, die Ihren Stress am Arbeitsplatz zusätzlich erhöhen

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Unerwarter Stress am Arbeitplatz?

Stellen Sie sich vor, dass alles in bester Ordnung ist. Ihr Tages- und Wochenplan funktioniert und Sie haben das Tagesgeschäft fest im Griff.

Plötzlich flattern Nachrichten über Lieferschwierigkeiten auf Ihren Schreibtisch, die einen Großauftrag nicht nur gefährden, sondern fast unmöglich machen.

Viele Mitarbeiter stürmen jetzt in Ihr Büro und erwarten Anweisungen. Ihr Vorgesetzter ruft an, um erste Ergebnisse auf den Tisch zu bekommen. Und Sie überlegen fieberhaft, wie Sie das alles möglichst schnell lösen sollen.

Kein Wunder, wenn Sie in solchen Situationen unter Druck geraten.

Kennen Sie das aus Ihrem Arbeitsalltag? Von einer Sekunde auf die andere befinden Sie sich mitten in einer absoluten Belastungsspitze. Zeitdruck und hohe Verantwortung lasten auf Ihren Schultern.

Wenn wir Menschen plötzlich und unerwartet unter Druck geraten, zeigen wir typische Verhaltensweisen. Leider verstärken die meisten davon den eigenen Stresslevel, sodass die souveräne Auflösung der Belastungsspitze in weite Ferne rückt.

In diesem Artikel stelle Ihnen 5 typische Verhaltensmuster vor, die in solchen Situationen gern zum Vorschein kommen. Und die leider meistens im Chaos enden.

 

5 typische Verhaltensweisen, die Ihren Stress am Arbeitsplatz zusätzlich in die Höhe schnellen lassen

1 Eigene Reaktionen setzen einen Stress verstärkenden Kreislauf in Gang

Wenn plötzlich und unerwartet Probleme auftauchen, die Ihre gesamte Planung durcheinanderwerfen, geht der Überblick schnell verloren. Die Kontrolle ist futsch.

In Bruchteilen von Sekunden checkt Ihr Gehirn die Situation ab:

  • Werden Sie diese Situation bewältigen oder nicht?

Wenn die Antwort unsicher ist oder gar „nein“ lautet, dann setzt sich ein Stress verstärkender Kreislauf in Gang, der sich auf Ihren Körper, Ihre Gedanken und Ihre Gefühle negativ auswirkt.

Erste körperliche Reaktionen, die Sie in solchen Situationen wahrnehmen können sind u.a. eine steigende Atemfrequenz, ein schnellerer Herzschlag und angespannte Muskeln. .

Vielleicht spüren Sie, wie Sie sich innerlich ärgern oder gar wütend werden, über diese Situation. Diese Emotionen beeinträchtigen nun Ihre Wahrnehmung, Ihre Gedanken und Ihre Konzentration.

Gedanken, wie „Das schaffe ich nie“ oder „Ich kann das nicht“ kommen unbewusst auf und verschärfen Ihren Stresslevel.

Diese typischen Stressreaktionen – die einfach menschlich sind – haben es in sich. Denn Sie heizen die Situation ihrerseits zusätzlich an. Wenn diese Reaktionen es schaffen, Ihren Stresslevel über ein individuelles Maß hinauszuschießen, dann wird Ihre Denkweise rigider. Sie treffen nur noch einfache Ja-Nein-Entscheidungen. Sie bekommen einen eingeschränkten Blickwinkel (einen Tunnelblick) und übersehen dadurch wichtige Fakten. Dazu mehr unter Punkt 3.

Sind Sie diesem Kreislauf hilflos ausgeliefert? Nein – es gibt Wege, diesen Teufelskreis zu unterbrechen.

2 Blinder Aktionismus sorgt für Chaos

Wenn wir unter Druck stehen, dann neigen viele von uns dazu einfach loszulegen. Und zwar möglichst schnell. Schließlich gilt es, keine Zeit zu verlieren.

Leider geschieht das unreflektiert und ziellos. Kein Wunder, dass diese Reaktion schon bald im Chaos mündet. Handeln ohne Konzept rächt sich. Hier lesen Sie einen aktuellen Artikel zum Thema Aktionismus und seine Auswirkungen von meinem Kooperationspartner Thomas Fengler. Wir verzetteln uns, koordinieren nicht richtig, machen Fehler.

Und all das kostet Zeit.

Fehler müssen korrigiert werden. Fehlkoordinationen müssen rückgängig gemacht und neu besprochen werden, etc.

Sie sehen blinder Aktionismus ist ein echter Zeitkiller.

Das schlimme daran ist, dass es zusätzlich wertvolle Kraft verbraucht, die völlig nutzlos eingesetzt wird. Schnell kommen Sie an einen Punkt, an dem Sie keine Energie mehr haben.

Am Ende, wenn es in die Hose gegangen ist, wird häufig nach einem Sündenbock gesucht. Dieser ist meist schnell gefunden. Die Folge: schlechtes Arbeitsklima, nervenaufreibende Konflikte im Team, mangelnde Motivation und ein großer Berg an Chaos.

Blinder Aktionismus ist ein weiterer Stressverschärfer – der leider ebenfalls in der Natur des Menschen liegt. Unter „Falle 1“ habe ich näher beschrieben, worauf der Aktionismus zurückzuführen ist.

 

Selbst erlebt

Ich selbst kann mich davon nicht freisprechen. Ich saß im Flugsimulator und mein Kooperationspartner stand einfach auf und verließ mitten im Flug seinen Platz.

Sofort und ohne nachzudenken, übernahm ich die Steuerung. Ein Fehler, der mich viel Zeit und Kraft gekostet hat. Denn:

Das Flugzeug befand sich in einer stabilen Fluglage. Durch mein unüberlegtes Eingreifen veränderte ich die Position. Nun musste ich nachsteuern und vor allem erst einmal den Überblick zurückgewinnen, in welche Lage das Flugzeug überhaupt zurückversetzt werden muss.

Sie sehen, ich bin davor nicht geschützt. Das ist menschlich.

Aber nicht hoffnungslos. Denn auch hier gibt es Tricks, die Sie sich antrainieren können. Und diese sind extrem einfach und wirkungsvoll.

 

3 Gefühlter Zeitdruck reduziert unsere Leistung

Wenn wir unter zu hohem Druck stehen, nimmt unsere Leistungsfähigkeit ab. Den entsprechenden Verlauf entnehmen Sie der Kurve in dieser kleinen Skizze.

Stress-und-seine-Folgen

Yerkes-Dodson-Gesetz

Zunächst motiviert der Druck uns und mobilisiert unsere gesamte Energie. Auf dem Scheitelpunkt haben wir das Gefühl völlig im „Fluss“ zu sein. Ich behaupte mal, dass Sie dieses Gefühl kennen.

Zu viel Druck bewirkt, dass wir auf die rechte Seite der Kurve abdriften. Der Leistungsabfall macht es uns schwerer, uns zu konzentrieren, den richtigen Fokus zu wählen, flexibel zu Denken und komplexe Entscheidungen zu treffen.

Die Höhe des Druckes, den wir empfinden, kann ganz unterschiedlich ausfallen. Es ist individuell, ab wann wir auf die rechte Seite gelangen.

Das Problem liegt nun bei uns selbst. Wenn der gefühlte Zeitdruck weiterhin bestehen bleibt, dann nimmt die Leistungsfähigkeit zunehmend ab. Wir können das Problem so nicht effizient und erfolgreich auflösen. Wir müssen irgendwie zurückkommen in dem optimalen Leistungsbereich.

Einfach ausgedrückt: Der eigene Stresslevel muss runter.

Hier gibt es einiges, was man selbst tun kann, um innerhalb kürzester Zeit den Stresslevel zu regulieren.

 

4 Unzureichende Planung produziert massenhaft Fehler

Wie unter 2 beschrieben drängt uns der Aktionismus dazu, möglichst schnell zu handeln. Der Hintergrund: Wir wollen die Kontrolle möglichst schnell zurückgewinnen. Also legen wir los.

Was fehlt, ist ein durchdachtes Konzept. Ein glasklarer Fokus mit einem strukturierten Handlungsplan.

Warum machen wir das? Weil wir glauben, dadurch Zeit einzusparen, wenn wir schnell handeln.

Doch Planung ist zwar zeitaufwendig – keine Frage. Aber – und das ist ein großes ABER. Im Verlaufe der Umsetzung spart Planung enorm viel Zeit ein. Fehler werden reduziert, wesentlich weniger Missverständnisse entstehen und Koordinationsverluste lassen sich vermeiden.

 

5 Der Wunsch nach Kontrolle treibt uns in die Überforderung

Wenn wir die Kontrolle zurückgewinnen und möglichst schnell ans Ziel kommen wollen, wer ist dann Ihr bester Mann/Frau? Sie selbst. Klar.

Unter Stress neigen wir alle dazu zum Einzelkämpfer zu werden und das hat gute Gründe:

  • Wir behalten die Kontrolle
  • Wir können uns selbst am meisten Vertrauen
  • Wir brauchen und nicht mit anderen absprechen
  • Wir müssen niemanden anleiten
  • Wir haben den Erfolg selbst in der Hand und können rechtzeitig gegensteuern, wenn etwas schiefläuft.

Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Ich bin ganz ehrlich – mir schon!

Aber Vorsicht. Der große Berg an Problemes, die es zu lösen gilt und der Zeitdruck sind eine teuflische Kombination, die jeden Einzelnen schnell in die Überforderung bringen. Auch hier investiert eine einzelne Person enorm viel Energie, die am Ende des Tages vermutlich komplett aufgebraucht ist. Erschöpfung ist schneller erreicht, als wir glauben.

Die gute Nachricht lautet: Es gibt konkrete Wege, die Sie aus diesen verstärkenden Verhaltensweisen herausführen.

 

Fazit

Kommt es auf der Arbeit zu Belastungsspitzen, ist schnell ein Stresslevel erreicht, der unsere Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Da wir alle nur Menschen sind, spult sich ein typisches Verhaltensmuster ab, das uns leider nicht weiterhilft. Im Gegenteil es führt dazu, dass

1 ein Teufelskreis entsteht, der den Stress zusätzlich verstärkt.

2 wir wild und unüberlegt drauf loslegen, was meistens im Chaos endet. Zumindest aber viel wertvolle Zeit vergeudet.

3 wir uns selbst drängen und unter Zeitdruck weiterarbeiten. Die Leistungsfähigkeit nimmt immer weiter ab.

4 wir uns kaum Zeit für eine gute Planung nehmen, was sich dann in der Umsetzung rächt.

5 wir zum Einzelkämpfer werden, genau dann, wenn wir Unterstützung am dringendsten bräuchten.

 

Die aufgeführten Verhaltensweisen sind typisch menschlich. Niemand braucht sich dafür zu schämen.

Dennoch gibt es sehr einfache Methoden, wie man diesen Verstärkern begegnen kann, um den Druck souverän aufzulösen.

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Summercamp-in-Fuehung-gehen

 

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Carola Lübbenjans

Hallo – ich heiße Carola Lübbenjans und bin Diplom Psychologin.

Als Coach und Trainerin bestärke ich Führungskräfte und Ihre Teams, gelassen und souverän mit hohem Druck umzugehen.

In meinem Blog gebe ich Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie leistungsstark und standfest bleiben, wenn es turbulent wird. Viel Spaß beim Lesen!
Posted in Spitzenleistung unter Druck.

Carola Lübbenjans

2 Comments

  1. Vor der Stressvermeidung kommt die Analyse, was Stress überhaupt verursacht. Das haben Sie in Ihrem Artikel klar und verständlich auf den Punkt gebracht.
    Eine prima Checkliste auch zur Selbstreflexion.

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