Wertschätzender Umgang oder hohle Phrase?

By Carola Lübbenjans | Allgemein

Dez 21
Wertschaetzung
wertschaetzender-Umgang

Valeria Vinnik – Pexels.com

Am Ende des Jahres und so kurz vor Weihnachten werde ich nachdenklich.

Ich hatte schon einen Blogartikel vorbereitet und mich dann kurz entschlossen, diesen später zu veröffentlichen. Denn mir liegt etwas anderes auf dem Herzen, worüber ich einfach mal schreiben möchte.

Das Thema wertschätzender Umgang ist es, welches mich sehr beschäftigt. In den letzten Tagen habe ich mich mit meinem Jahr rückblickend auseinandergesetzt. Ich schaute auf das, was ich erreicht und bewegt habe. Welche Dinge mir gefallen und gut getan haben genauso, wie auf das, was mich wirklich genervt hat.

 Jahresrückblick mit Tiefgang

Es gab ein paar Ereignisse in diesem Jahr, die mich sehr bewegt haben. Und zwar in unterschiedliche Richtungen. Einige Begegnungen waren so wenig wertschätzend, dass ich lernen musste, besser zu selektieren. Dazu später mehr.

Und auf der anderen Seite gab es Menschen, die wirklich leben, was sie nach außen hin vertreten. Sie sagen nicht nur, dass ihnen ein wertschätzender Umgang wichtig ist. Nein – sie leben es vor. Mit jeder Faser ihres Körpers. Das zieht mich magisch an. Da bin ich voll dabei.

 Unglaubliche Begegnungen

Leider gibt es genügend Menschen, die lediglich vorgeben, dass Wertschätzung ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist. Die Enttäuschung ist groß, wenn diese Fassade schon bald abbröckelt und sich dahinter etwas ganz anderes verbirgt.

Ich erzähle Ihnen von 2 Begegnungen, die ich in diesem Jahr unglaublich merkwürdig fand.

 

Ungefragter Frustabbau

Am Anfang dieses Jahres hatte ich eine unglaublich komische Begegnung.

Ich war bei einer Netzwerkveranstaltung und unterhielt mich mit einer Dame, die in der gleichen Branche tätig ist. Wir kannten uns nicht und kamen locker ins Gespräch. Nachdem wir uns darüber ausgetauscht hatten, was wir so beruflich machen, ging es auch schon los. Die Dame erzählte mir, wie lange sie schon in diesem „Business“ tätig ist und wie gut alles für sie laufe.

Ich hörte ihr aufmerksam zu und zeigte Interesse an ihrem Erfolg. Ich fragte sie, welche Erfahrungen sie mit bestimmten Dingen (Einzelheiten wären an dieser Stelle zu viel) in alle den Jahren gemacht hat, und welche Erkenntnisse sie für sich mitnimmt.

Ohne darauf einzugehen, erklärte sie mir, dass sie die Stadt Bremen für zu konservativ halte und sie daher als Coach hier niemals arbeiten würde. Es würde kein Erfolg versprechen und viele Coaches würden für viel zu wenig Honorar arbeiten müssen, um überhaupt überleben zu können.

Warum sie auf einem Bremer Netzwerktreffen war, ist mir bis heute nicht klar geworden.

Und Baaaaamm – das war sie. Ihre ungefilterte Meinung. Sie klatschte mir diese voller Frust direkt vor die Füße. Und das, wo es ihr doch so gut ging.

Damit war alles gesagt. Sie zeigte kein weiteres Interesse für eine Gesprächsfortführung. Komisch – dachte ich mir. Warum hatte Sie das Gefühl, mir das mitteilen zu müssen? War sie der Meinung, dass diese Infos hilfreich für mich seien? Ich habe es nie erfahren, weil sie mir keine Möglichkeit lies, nachzuhaken und das Gespräch abzuschließen.

Und so blieb ein ziemlich negatives Gefühl an mir hängen.

Keine Rückmeldung ist auch eine Rückmeldung

Die zweite unglaublich merkwürdige Geschichte spielte sich in einem sozialen Online-Netzwerk ab. Einige Zeit schon, bin ich in einer Gruppe online aktiv, die für gegenseitige Unterstützung und fachlichen Austausch steht. Ich stellte dort Blogartikel rein, die Mehrwert für die Gruppenmitglieder boten, schrieb Kommentare und beteiligte mich an gegenseitigem fachlichen Austausch.

Eines Tages wurde ich für diese Gruppe gesperrt mit dem Hinweis, ich möge mich beim Moderator per E-Mail melden. Das tat ich auch, denn ich war verwundert über die Sperrung. Ich hatte die Gruppenregeln gelesen und mir war nicht bewusst, gegen welche der Regeln ich verstoßen habe.

So fragte ich nach und bat darum, mir den Grund der Sperrung mitzuteilen, damit ich mich zum einen angemessen entschuldigen könne und zum anderen diesen Verstoß nicht wieder begehe.

Ich bekam umgehend eine Antwort, in der stand, dass man davon ausgehe, dass ich nicht wieder gegen die Regeln verstoßen wolle und man mich wieder freischalte. Ich möge Verständnis dafür haben, dass die Moderatoren von jedem weiteren Support Abstand nehmen.

Häh? Mehrere Fragezeichen taten sich auf.

Gegen welche Regel habe ich denn nun verstoßen? Und um welchen Support geht es hier?

Support ist für mich eine Zusatzdienstleistung, in der man Fragen klären kann, wenn man nicht weiterkommt. War es das? Wollte man diese Frage nicht klären? Warum hat man mich dann gebeten, mit dem Moderator in Kontakt zu treten?

Ich schrieb eine weitere E-Mail, in der ich erklärte, dass ich kein Interesse an einem zeitaufwendigen Support habe. Dass ich dennoch gerne wüsste, worin mein Fehlverhalten besteht, um es korrigieren zu können.

Und raten Sie, was passiert ist.

Ich habe keine Rückmeldung mehr erhalten. Die Möglichkeit mich angemessen zu entschuldigen wurde mir genommen. Und was ich überhaupt falsch gemacht habe, bleibt für immer verborgen.

Das ist auch eine Form der Rückmeldung. Wertschätzend? (Schulterzucken)

 

Hoffnungsschimmer

In 2016 sind mir eine Menge guter Erlebnisse widerfahren. Mir sind einige Menschen begegnet, die Wertschätzung nicht nur als nettes sozialkonformes Schlagwort verwenden, sondern ihre innere Überzeugung nach außen tragen.

Diese Menschen sind es, die meine Hoffnung auf ein wertschätzendes Miteinander aufschimmern lassen. Was haben wir denn davon, wenn wir uns gegenseitig runterputzen, uns Steine in den Weg legen und mit Schadenfreude zusehen, wie sich ein Kollege blamiert?

Wer von uns möchte in dem Moment auf der anderen Seite Platz nehmen?

Für mich ist ein konstruktiver, hilfreicher und respektvoller Umgang ein großes Geschenk und selbstverständlich. 🙂

An die eigene Nase gefasst

So und nun fasse ich mich mal an meine eigene Nase.

Wie möchte ich denn den Menschen Wertschätzung entgegenbringen, die mich in 2016 begleitet und inspiriert haben? Die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, ohne irgendetwas dafür zurückzuverlangen.

Einfach mal danke sagen? Gute Idee.

Der folgende Abschnitt ist für ein paar wenige, aber sehr besondere Menschen, die mich in diesem Jahr beruflich gestärkt haben.

Meine Blogleser

Allen Lesern dieses Blogs möchte ich danken. Dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um meine Artikel aufmerksam zu lesen und sich Ihre eigenen Gedanken dazu zu machen. Das erfüllt mich mit Zufriedenheit.

Unter anderem waren Menschen auf meinem Blog, die sich zusätzlich Zeit genommen haben, einen Kommentar zu hinterlassen. Sie haben den Artikel gelesen, ihn auf Ihre eigene Situation bezogen und mir mitgeteilt, wie Sie derzeit zu dem Thema stehen.

Ein riesen DANKESCHÖN für Ihre gehaltvollen Rückmeldungen. Ich finde das großartig und weiß Ihre „Dienstleistung“ für mich sehr zu schätzen.

 

Kooperationspartner

Ich bin einigen Menschen begegnet, die tatsächlich meinen, was sie sagen. Sie wollen Kooperation statt Konkurrenz. UND sie leben das – genauso. Solche Menschen sind es, mit denen ich gerne zusammenarbeite und neues entwickele.

An dieser Stelle danke ich insbesondere Thomas Fengler, für seine offene und interessierte Art. Er stellt die Möglichkeiten in den Vordergrund, wie wir zusammen wertvolle Synergien entwickeln können, um unsere Zielgruppe weiterzubringen.

Liebe Frau und lieber Herr Fengler, ich danke Ihnen für Ihre herzlichen und hilfreichen Ideen. Ich erlebe Sie beide als ein tatkräftiges Team, mit vielen guten Impulsen und einem bemerkenswerten Gespür für Synergien. Ich habe Sie als zwei sehr wertschätzende Menschen kennengelernt und freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit.

Bei Judith Torma, der Rednermacherin bedanke ich mich für Ihre Einladung zum Führungskräftebooster 2017, den Sie mit einer wirklich hervorragenden Organisation vorbereitet. Mit einer solch angenehmen Person, die Ihren Fokus auf wirklich guten Mehrwert für Führungskräfte in der Sandwichposition legt, arbeite ich liebend gern zusammen.

Liebe Judith, vielen Dank für dieses tolle Projekt, zu dem ich einen Teil beisteuern darf. Deine ruhige und hilfsbereite Art schätze ich sehr. Und ich freue mich auf den Führungskräftebooster 2017, den Du wieder ins Leben gerufen hast.

Die Vorbereitungszeit war derart von gegenseitigem Respekt und Hilfsbereitschaft geprägt, dass es mir eine große Freude war, Dinge zu tun, die ich vorher noch nie getan habe.

 

Und daher gilt mein Dank auch dem Expertenteam: Olaf Schwantes, Thomas Reining, Anke Lambrecht, Dr. Gerlinde Lamprecht und Dr. Sabine Paul. Es wird so viel tollen Mehrwert von Euch geben, dass jede Führungskraft garantiert mit neuen Schwung ins neue Jahr starten wird. Danke für die tolle Integration in Eure bestehende Runde.

 

Klienten und Teilnehmer

Und zu guter Letzt, bedanke ich mich bei allen Menschen, die ich in 2016 begleiten durfte.

Ich danke Ihnen für das Vertrauen, dass Sie mir entgegengebracht haben. Durch die ehrliche und offene Auseinandersetzung mit Ihrem Anliegen sind Sie an Ihr Ziel gekommen. Sie haben viel geleistet und definitiv tolle Ergebnisse erzielt.

 

Ich wünsche allen Lesern ein friedliches Weihnachtsfest mit viel Zeit und Ruhe für sich selbst und die Personen, die Ihnen am Herzen liegen.

Damit verabschiede ich mich in die Weihnachtspause. Wir lesen uns wieder am 10. Januar 2017.

Starten Sie gesund und voller Energie ins neue Jahr,

viele Grüße

Carola Lübbenjans

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