Wie Sie sicher auf Ihr Burnout zusteuern – und wie Sie das abwenden

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Im Freundeskreis gab es kürzlich einen Unfall, der fast in einem Burnout endete.

Was war passiert?

Ein Kind verletzte sich. Die Konsequenz: Das Kind war über einen längeren Zeitraum mit einer Krankheit beschäftigt, die das Leben der gesamten Familie stark einschränkte.

Leider war anfangs noch nicht klar, wie lange es dauern wird, bis das Kind wieder in seinen normalen Alltag zurückfindet. Ebenso unklar war, welche langfristigen Beeinträchtigungen bleiben werden.

In dieser Situation befanden sich die Eltern über einen längeren Zeitraum hinweg.

Unsicherheiten mit starken Auswirkungen

Insbesondere für die Mutter hatte das starke Auswirkungen auf ihren Alltag.

Denn ihrem Arbeitgeber konnte sie nicht sagen, wann sie auf die Arbeit zurückkehrt. Sie wusste nur, dass sie für längere Zeit ausfällt.

Ihrem Kind konnte sie nicht sagen, wann es wieder einen normalen Ablauf haben wird, wieder normal spielen kann. Weil sie einfach nicht wusste, wie lange es dauern wird.

Das alles war noch aushaltbar, wäre da nur nicht der eigene Kopf gewesen, der den Stresslevel in die Höhe getrieben hat. Denn im Kopf der Mutter waren folgende Gedanken zu dem Zeitpunkt sehr dominant:

  • Wie kann ich meinem Kind das Leid ersparen und ihm seinen Alltag so erträglich wie möglich gestalten?
  • Warum hat es nicht mich getroffen? (Ich könnte mit dieser Situation umgehen.)
  • Was wird nun passieren? Welche Beeinträchtigungen werden bleiben?
  • Wie wirkt sich das alles auf unser Familienleben aus?

All diese Gedanken waren es, die ihren Stress dauerhaft so hochpuschten, dass sie direkt in die Erschöpfung steuerte und dem eigenen Burnout gefährlich nahekam.

 

 Was bringt uns so schnell in ein Burnout?

Stress entsteht im Kopf, und zwar immer dann, wenn uns etwas sehr wichtig ist, wir ihm eine hohe Bedeutung zuschreiben. Wir aber gleichzeitig nicht wissen, ob wir diese Situation bewältigen können.

In dem oben genannten Beispiel gab es lange Zeit zu viele lose Enden, zu viele Unbekannte.

Das eigene Kind hat für jede Mutter eine immens große Bedeutung. So groß, dass ihre Seele brennt, wenn sie sieht, wie es leidet. In diesem Fall übernahm die Mutter die volle Verantwortung – für alles.

Auch für Dinge, die sie gar nicht beeinflussen konnte.

Und hier liegt der Knackpunkt.

Wenn wir unsere Energie auf Dinge konzentrieren, die wir nicht in der Hand haben, auf die wir keinerlei Einfluss haben, dann verbraucht das Unmengen an Ressourcen. Und je nachdem, wie viele Ressourcen zur Verfügungen stehen, dauert es eben länger oder kürzer, bis alles restlos aufgebraucht ist.

 

Was hat das mit Ihnen und Ihrem Job zu tun?

Auf den ersten Blick denken Sie vielleicht, dass es da keinerlei Zusammenhang gibt. Wenn Sie genauer hinschauen, dann zeigen sich eine Menge Gemeinsamkeiten.

Liegt Ihnen Ihre Tätigkeit am Herzen? Fühlen Sie sich für Ihren Bereich und Ihre Mitarbeiter verantwortlich?

Wenn dem so ist, dann wird Sie höchstwahrscheinlich jede Art von Unsicherheit in einen hohen Stressbereich hineinbringen.

Und Unsicherheiten in einer Firma kennen Sie, oder nicht? Da wären zum Beispiel

  • Reorganisationen mit unbekanntem Masterplan
  • Ein neuer, unbekannter Vorgesetzter
  • Fremd bestimmte Vorgaben, die nicht zu Ihren bisherigen Abläufen und Werten passen
  • Vorgaben von unterschiedlichen Seiten, die nicht miteinander vereinbar sind.

Was auch immer es ist, was Sie in die Situation bringt, dass Ihnen etwas sehr wichtig ist, aber Sie nicht wissen was kommt und ob Sie es bewältigen können – Ihr Stresslevel steigt.

Und wenn das längerfristig anhält, dann kommen Sie schnell an Ihre Grenzen.

Die Folge ist, dass Sie sich anders verhalten: Sie reagieren gereizter, es kommt öfter zu Missverständnissen, Konflikte entstehen und kochen schneller hoch.

Und diese Dinge steigern wiederum den Stresslevel. Ein Teufelskreis entsteht, dem man je nach Ressourcen über einen individuellen Zeitraum standhalten kann.

Die Frage ist, wie kommen Sie daraus?

Mit Stressbewältigungsmaßnahmen, wie progressive Muskelentspannung oder sportlichen Ausgleich kommen Sie nicht ein Stück weiter.

Es ist Ihre innere Haltung, die Sie überprüfen und weiterentwickeln müssen, um dauerhaft stark und gelassen mit solchen Gegenheiten umzugehen.

 

5 gute Gründe, warum Sie jetzt an Ihrer inneren Haltung arbeiten sollten:

  1. Auf psychische folgt schnell auch körperliche Erschöpfung. Sie werden krank.

  2. Gefahr ins Burnout zu laufen. Das würde bedeuten, dass Sie für sehr, sehr lange Zeit ausfallen und nicht mehr arbeitsfähig sind.

  3. Unzufriedenheit überträgt sich auch auf das Privatleben. Ihre Familie bekommt das zu spüren. Sie sind unzufrieden, unausgeglichen, unentspannt und gehen somit anders mit Ihren Angehörigen um. Das führt zu Konflikten genau in dem Bereich, der Ihnen den meisten Halt gibt.

  4. Ihre Leistung nimmt stetig und schleichend ab. Schon bald soweit, dass Ihr Umfeld es deutlich registriert, dass etwas nicht stimmt.

  5. Sie selbst verlieren immer mehr die Sicht auf das Ziel. Resignation macht sich breit und ist kein guter Ratgeber, wenn es um aktive Problemlösung geht.

 

Wenn Sie bemerken, dass Sie schon einige Punkte bei sich wiederfinden, dann wird es höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Aktiv und sofort.

Arbeiten Sie nicht an den Symptomen, sondern an der Ursache.

  • Was geht in Ihrem Kopf vor?
  • Warum ist die Bedeutung so hoch?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, die Denkmuster konstruktiv umzuwandeln, um aus der Opferhaltung herauszutreten und die Situation aktiv anzupacken?
  • Wie kann es Ihnen gelingen, aus der Überforderung eine Herausforderung zu entwickeln?
  • Etc.

 

Wenn dieser Artikel Sie zum Nachdenken angeregt hat, dann bitte ich Sie um Feedback: Was wird Ihr nächster, aktiver Schritt sein?

P. S. Die Familie hat sich langsam wieder erholt. Dem Kind geht es sehr viel besser. Die Mutter hat nach mehreren Monaten der Ungewissheit nun Klarheit und kann wieder stundenweise arbeiten. Aber die Erschöpfung ist immer noch spürbar!

Carola Lübbenjans

Hallo – ich heiße Carola Lübbenjans und bin Diplom Psychologin.

Als Coach und Trainerin bestärke ich Führungskräfte und Ihre Teams, gelassen und souverän mit hohem Druck umzugehen.

In meinem Blog gebe ich Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie leistungsstark und standfest bleiben, wenn es turbulent wird. Viel Spaß beim Lesen!
Posted in Standfeste Haltung im Stress.

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