Anspruch-anpassen

Wie wir uns mit unserem Anspruch selbst stressen

 

 

Hand aufs Herz – wie hoch ist Ihr eigener Anspruch?

Ganz ehrlich, der größte Kritiker sind wir doch selbst, oder? Wir scheinen oftmals unzufrieden mit unserer Leistung zu sein und uns immer wieder anzuspornen noch ein Quäntchen mehr auf die Schippe zu legen.

Gehören Sie auch zu denjenigen, die immer 120 % geben und bei einem schlechten Ergebnis, sich fragen, ob Sie sich nicht genügend angestrengt haben?

 

Unser Anspruchsniveau setzt uns unter Druck

Wie war das noch in der Schulzeit. Es wurde eine Klassenarbeit geschrieben und direkt danach, hat man eine bestimmte Note erwartet. Wenn die Erwartung eintraf, dann wurde der eigene Anspruch angespornt, dieses Ergebnis das nächste Mal zu übertreffen.

Prinzipiell eine gute Sache, weil es motiviert und herausfordert. Was aber, wenn die Latte zu hoch angesetzt wurde? Wenn wir enttäuscht sind. Haben wir dann unseren Anspruch heruntergeschraubt?

Wie gehen Sie mit Misserfolg heute um? Passen Sie Ihren eigenen Anspruch regelmäßig an die Herausforderungen an?

Wenn nicht, dann kann das auf Dauer ganz schön stressig werden.

 

Anspruchsniveau im Arbeitsalltag

Im Arbeitsleben geht es nicht mehr um Noten. Es geht darum, gute Ergebnisse für die Firma zu erzielen, zufriedene und produktive Mitarbeiter zu haben und das Ansehen als gute Führungskraft zu genießen.

Der eigene Anspruch spornt uns dabei an.

Wenn wir unsere selbst gesteckten Erwartungen aber nicht mehr erreichen, dann werden wir unzufrieden und fordern noch mehr Anstrengung von uns.

Spinnt man diesen Kreislauf weiter, so rutscht der eigene Anspruch schnell in unerreichbare Höhen. Die Folge: Dauerfrust.

 

Die Perfektionisten leiden am meisten

Wer perfektionistisch veranlagt ist, setzt sich damit am meisten unter Druck. Denn sein übersteigertes Anspruchsniveau an sich selbst liegt so hoch, dass er dem selten gerecht wird.

In der Folge fühlen sich Perfektionisten häufiger chronisch erschöpft, leiden unter Schlafstörungen oder gar Depressionen.

 

Wer reflektiert kann nur gewinnen

Es lohnt sich also, ab und zu zu reflektieren, was man von sich selbst erwartet.

Prüfen Sie, ob diese Erwartungen realistisch zu erreichen sind. Und wenn das nicht der Fall ist, erlauben Sie sich den Anspruch etwas runterzufahren.

Es geht nicht darum ins komplette Gegenteil zu verfallen und nachlässig zu werden oder mittelmäßige Ergebnisse abzuliefern.

Nein, es geht lediglich darum, weniger streng mit sich zu sein.

Das hat eine ungemein entlastende Wirkung. Es gibt Ihnen die Möglichkeit endlich wieder Erfolge zu erleben. Und das stärkt Ihr Selbstbewusstsein.

Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen Menschen, die gut motivieren können und sich auf eine gesunde Art und Weise herausfordern und denen, die sich eher überfordern.

Und da das leider meist unbewusst geschieht, brauchen Sie eine bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst.

 

Den eigenen Anspruch überprüfen und anpassen

Wie können Sie sich mit diesem Thema bewusst auseinandersetzen und Ihr Anspruchsniveau auf eine motivierende Art anpassen?

 

3 Tipps, wie Sie Druck aus Ihrem eigenen Anspruch nehmen

 

Tipp 1: Fordern Sie sich in kleinen Schritten heraus

Wenn wir erfolgreich sind, dann wollen wir mehr. Mehr erreichen und das möglichst schneller und besser als zuvor.

Genau an dieser Stelle sollten Sie kleine Schritte gehen.

Fordern Sie sich gern heraus, aber so, dass das Ziel auch erreichbar ist. Und zwar nicht mit hängender Zunge, sondern mit einer Anstrengung, die Sie gut leisten können.

Setzen Sie sich ein Ziel, welches nur ein wenig höher ist als zuvor und legen Sie den Zeitrahmen fest, in dem Sie dieses Ziel erreichen wollen.

Experimentieren Sie und nehmen Sie sich die Zeit, zu reflektieren, was und wie Sie verschiedene Herausforderungen meistern konnten. So erkennen Sie sicher, welche Höhe für Ihren Anspruch angemessen ist.

 

Tipp 2: Setzen Sie sich erreichbare Ziele

In der Arbeitspsychologie hat man eine sehr wirkungsvolle Methode entwickelt, um sich konkrete und realistisch erreichbare Ziele zu setzen. SMART.

Kennen Sie diese Methode?

Für den Fall, dass Sie es nicht kennen, hier in aller Kürze. Wer mehr Informationen benötigt, wird hier fündig.

 

Was steckt hinter SMART?

 Spezifisch – Formulieren Sie Ihr Ziel so spezifisch wie möglich. Was, wann, wie oft?

Beispiel

Statt weniger Stress – ungestört arbeiten, direkt nach der Mittagspause, 1 Stunde pro Arbeitstag.

 

Messbar – Überprüfen Sie den Erfolg

Beispiel

Im Kalender festhalten, wie oft Sie diese Stunde nach der Mittagspause wirklich ungestört gearbeitet haben.

 

Akzeptiert – Verfolgen Sie nur Ziele, die Sie auch akzeptieren

Reflektieren Sie, ob das Vorhaben mit Ihren inneren Werten übereinstimmt.

Beispiel:

Können Sie sich abschotten und eine Stunde nicht erreichbar sein? Stimmt das mit Ihrem Wertesystem überein? Wenn nicht, dann lieber nochmal das Ziel anders angehen.

Wenn ein Widerspruch zwischen Ihrem Ziel und Ihren inneren Werten besteht, dann werden Sie das Ziel unbewusst nicht akzeptieren.

 

Realistisch – Prüfen Sie, ob Ihr Ziel realistisch erreichbar ist

Beispiel:

Ist die Mittagszeit geeignet, um ungestört zu arbeiten oder zeigt die Erfahrung, dass gerade dann alle mit mir sprechen wollen? Und ist eine Stunde ein Zeitraum, den ich wirklich freihalten kann?

 

Terminierbar – Nehmen Sie eine konkrete Zeitangabe vor

Beispiel

Ich nehme mir jeden Tag von 13 bis 14 Uhr Zeit für eine ungestörte Arbeitsphase, in der ich unerledigte Aufgaben zum Abschluss bringe.

 

Mit dieser Methode können Sie sicher prüfen, ob Ihre Ziele auch wirklich erreichbar sind. Und Sie legen zugleich alle Rahmenbedingungen sehr konkret fest, so dass Sie den Erfolg spüren und messen können.

 

Tipp 3: Sehen Sie sich als Ihren Mitarbeiter

Wenn ein Mitarbeiter einen Misserfolg erlebt, wie gehen Sie als seine Führungskraft damit um?

Achten Sie einmal bewusst darauf. Ich wette, Sie sind nachsichtiger, als mit sich selbst.

Wenn Sie also unzufrieden werden und feststellen, dass Sie Ihre Ziele nicht so erreichen, wie erwartet, dann fragen Sie sich, was Sie sagen würden, wenn Sie Ihr eigener Mitarbeiter wären.

Erlauben Sie sich fair mit sich selbst ins Gericht zu ziehen. Und erkennen Sie an, dass Fehler menschlich sind, auch bei Ihnen.

 

Fazit

Das eigene Anspruchsniveau spornt uns an. Es motiviert uns dazu Herausforderungen anzugehen und dranzubleiben, auch wenn es turbulent wird.

Wenn wir aber zu viel von uns Erwarten – der eigene Anspruch zu hoch angesetzt wurde – überfordern wir uns selbst. Das löst unnötigen Stress aus der dauerhaft zu hoher Unzufriedenheit führt.

Daher ist es wichtig, dass wir ab und zu reflektieren, was wir eigentlich selbst von uns verlangen. Diese drei Tipps unterstützen Sie dabei.

 

Tipp 1: Fordern Sie sich in kleinen Schritten heraus

Tipp 2: Setzen Sie sich erreichbare Ziele

Tipp 3: Sehen Sie sich als Ihren Mitarbeiter

 

Wie überprüfen Sie Ihren eigenen Anspruch?

 

Carola Lübbenjans

Hallo – ich heiße Carola Lübbenjans und bin Diplom Psychologin.

Als Coach und Trainerin bestärke ich Führungskräfte und Ihre Teams, gelassen und souverän mit hohem Druck umzugehen.

In meinem Blog gebe ich Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie leistungsstark und standfest bleiben, wenn es turbulent wird. Viel Spaß beim Lesen!
Posted in Spitzenleistung unter Druck.

Carola Lübbenjans

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