Mit diesen 3 Tipps entschleunigen Sie Ihren Führungsalltag

By Carola | Spitzenleistung unter Druck

Stress-reduzieren
Jun 01

Entschleunigung aus dem Cockpit

Sicherheit ist das oberste Gebot der Fliegerei und somit steht das Thema Stressmanagement an der Tagesordnung für Piloten. Denn in Notsituationen ist es für die Cockpitcrew lebenswichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Piloten wissen, dass sie gerade in Stressphasen wesentlich mehr fatale Fehler produzieren können.

Ihre Leistungsfähigkeit nimmt in solchen Situationen automatisch ab, weil der Stresslevel rapide ansteigt. Sie müssen also in der Lage sein, diesen Stresspegel zu reduzieren, um Spitzenleistung, die eine solche Notlage erfordert, überhaupt erbringen zu können.

Und wie machen Sie das?

Sie entschleunigen die Situation.

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Was bedeutet Entschleunigung für Ihr Stressmanagement? 

Wenn wir unter Stress stehen, dann verändert sich unsere Wahrnehmung. Die Zeit vergeht viel zu schnell und wir haben das Gefühl nicht hinterherzukommen. Das verführt uns dazu sofort loslegen zu wollen – ohne Plan. Denn der braucht Zeit und die rinnt uns gerade davon.

Die Gefahr beim „einfach loslegen“ liegt in einer erhöhten Fehlerrate. Fehler, die wiederum aufgedeckt und korrigiert werden müssen. Das kostet Zeit, und zwar mehr, als uns lieb ist.

Der Schlüssel des Ganzen ist also, die gefühlte Geschwindigkeit zu drosseln, damit Sie wieder ruhiger atmen können und dann besonnen vorgehen.

Und das gilt für alle Stressphasen im Arbeitsalltag. Denn im Büro kosten Fehler zwar nicht Ihr Leben, aber wertvolle Zeit, Energie und letztlich Geschäft. Deshalb lohnt sich ein Blick ins Cockpit, um daraus wirkungsvolle Strategien für Ihr Stressmanagement abzuleiten.

In diesem Artikel verrate ich Ihnen 3 Herangehensweisen, wie Sie Ihren akute Stresssituationen aktiv entschleunigen können.

1. Befreien Sie sich von Störungen

Entschlunigung durch Störungsfreiheit

Zu allererst sorgen Piloten dafür, dass Sie mit voller Konzentration arbeiten können. Ohne Störungen, Unterbrechungen, Ablenkungen. Nichts treibt den Stresslevel noch mehr in die Höhe als ein lauter Geräuschpegel und eine ungefilterte Informationsflut.

Das alles stellen Piloten ab. Sie geben entsprechende Anweisungen an die Kabinencrew und den Lotsen und dann herrscht volle Konzentration.

Erst jetzt haben sie eine Arbeitsatmosphäre geschaffen, die es ihnen überhaupt erlaubt runterzukommen - ihren eigenen Stresslevel zu senken.

Das bedeutet für Sie

Ziehen Sie sich mit den Menschen zurück, die unmittelbar an der Stress auslösenden Situation beteiligt sind. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht unterbrochen werden. Weder durch Handys, Mitarbeiteranfragen oder andere Störquellen.

Jetzt haben Sie Ruhe. Ihr Gehirn wird nicht abgelenkt und Sie erlauben Ihrem Organismus, runterzufahren.

Meine Empfehlung

Ritualisieren Sie das. Führen Sie (mindestens) eine ungestörte Stunde in Ihren Arbeitstag ein. Somit entschleunigen Sie für sich Ihren Tag.

In dieser einen Stunde erledigen Sie wesentlich mehr Aufgaben, weil Sie fokussierter arbeiten können.

Viele lose Enden lösen sich jetzt in Wohlgefallen auf. Das entspannt Sie, weil Ihr Kopf „aufgeräumt“ wird und Sie freie Kapazitäten schaffen.

2. Überprüfen Sie Ihre Vorstellungen

Entschleunigung über Zeitpuffer

Der erste Punkt, den die Crew klärt, ist der Faktor Zeit. Denn dieser ist es, der den meisten Druck und somit Geschwindigkeit in unseren Köpfen auslöst.

Der Entschleunigungseffekt liegt darin, dass alle ein einheitliches Bild von der Situation entwickeln und nun lösungsorientiert draufschauen können.

Zweifel und Unsicherheiten werden geklärt und ein gemeinsamer Handlungsplan erstellt. Und wer weiß, was er wann zu erledigen hat – seine Einwände anbringen und aufklären konnte, dem wird ganz viel Druck genommen.

Das bedeutet für Sie

Fragen Sie sich zuerst:

  • Wie viel habe ich de facto zur Verfügung?

Wenn die Zeit sehr knapp ist, dann überlegen Sie, welcher erste Schritt den größten Zeitdruck auflösen könnte.

Damit verbunden ist die Frage:

  • Wie relevant ist das Problem – welches diese Geschwindigkeit auslöst - genau jetzt, in dieser Arbeitsphase?

Und dann entschleunigen Sie diesen Punkt, indem Sie sich Zeit verschaffen.

Erst wenn dieser Punkt für alle geklärt ist, gehen Sie einen Schritt weiter.

3. Sorgen Sie aktiv für Entlastung

Entschleunigung durch Entlastung

Im Cockpit wird als nächstes geschaut, welche Ressourcen zu Verfügung stehen, um:

  • Infos zu erhalten
  • Unterstützung zu erhalten
  • Zweifel zu beheben
  • Sich den Rücken frei zu halten
  • Entlastung zu schaffen

Mit der notwenigen Unterstützung wird wiederum ein ganzes Stück Geschwindigkeit aus der Situation herausgenommen.

Das bedeutet für Sie

Wir tendieren dazu, gerade unter Stress zum Einzelkämpfer zu werden. Entschleunigung erfahren Sie nur, wenn Sie exakt das Gegenteil tun.

Suchen Sie nach Unterstützung, Ressourcen, Entlastungsmöglichkeiten. Und nehmen Sie diese gezielt in Anspruch.

Der Druck, der nun von Ihren Schultern abfällt ist es absolut wert.

Ihre Takeaways

Diese Art der Organisation, wie Piloten sie nutzen, entschleunigt enorm. Hier noch einmal im Überblick die 3 Schritte, die sich auch in Ihrem Arbeitsalltag bewähren werden:

  • 1
    Für ungestörtes Arbeiten sogren.
  • 2
    Die eigene Vorstellung mit der Realität abgleichen.
  • 3
    Ausreichend Unterstützung anfordern.

Wenn Ihnen in turbulenten Arbeitsphasen die Geschwindigkeit um die Ohren fliegt, dann entschleunigen Sie diese aktiv mit diesen 3 Schritten.

Das reduziert Ihren Stresslvel und macht Platz für eine Leistung, die sich sehen lässt.

Wer hier schreibt


Hallo - ich bin

Carola Lübbenjans

Ich bin Diplom Psychologin und bilde seit 10 Jahren Piloten der Lufthansa darin aus, in kritischen Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren.


Dieses Wissen gebe ich an Führungskräfte weiter, damit Sie unter starkem Druck sicher und souverän handeln.


Um schnell, aber fundiert Entscheidungen zu treffen, ohne, dass es zu schwerwiegenden Fehlern kommt.


Führungskräfte-Coach

Stressmanagement aus dem Cockpit